Doch wie lässt sich eine gute Inhaltsangabe schreiben? Wie ist der Aufbau und welche Regeln gibt es?
Deutsch – Inhaltsangabe schreiben
Wie schreibt man eine Inhaltsangabe im Fach Deutsch? Im Folgenden findest Du die Definition der Inhaltsangabe, und was beim Schreiben beachtet werden muss:
Eine Inhaltsangabe ist die Zusammenfassung eines Textes, z. B. eines Zeitungsartikels, eines Romans oder einer Kurzgeschichte. Manchmal werden auch Inhaltsangaben zu Filmen, Theaterstücken oder Hörspielen verfasst. Sie erläutern die wichtigsten Punkte der Handlung sowie Figuren der Haupthandlung und das zentrale Thema.
Inhaltsangabe / Zusammenfassung – Unterschied
Oftmals werden die Begriffe Inhaltsangabe und Zusammenfassung gleichgesetzt, es gibt jedoch nicht nur einen Unterschied zwischen diesen beiden Formen der Textproduktion. Für eine Zusammenfassung gibt es meist weniger Regeln, die beachtet werden müssen.
So kann eine Zusammenfassung etwa sehr nahe am Originaltext geschrieben werden und unsachlich sein. Eine Inhaltsangabe dagegen ist immer sachlich und sollte die wichtigsten Handlungen nur zusammenfassen. Zudem kann eine Zusammenfassung in der Zeitform des Originaltextes verfasst werden, während eine Inhaltsangabe immer im Präsens formuliert werden muss.
Unterschied zwischen Inhaltsangabe und Interpretation
Was ist der Unterschied zwischen einer Inhaltsangabe und einer Interpretation?
In einer Inhaltsangabe gibst Du nur den wesentlichen Inhalt des zu beschreibenden Textes an: Du fasst den Inhalt der Haupthandlung zusammen, beschreibst die Figuren der Haupthandlung und das zentrale Thema. In einer Interpretation geht es darum, den Inhalt genauer zu untersuchen und die Handlung zu interpretieren, etwa anhand von Motiven.
Inhaltsangaben sind zwar eine Textsorte für sich, oftmals sind sie aber auch Bestandteil einer Interpretation oder einer Sachtextanalyse.
Wenn Du mehr über die Interpretation wissen möchtest, kannst Du in der entsprechenden StudySmarter-Erklärung nachlesen!
Merkmale einer Inhaltsangabe – Regeln
Für die Erstellung einer Inhaltsangabe gibt es einige Regeln, die beachtet werden sollten. Auch Deine eigene Inhaltsangabe sollte diese wichtigen Merkmale enthalten, um die erforderlichen Ansprüche zu erfüllen:
Inhaltsangaben sind immer knapp und sachlich gehalten.
Auf Wertungen oder die eigene Meinung ist zu verzichten.
Das Präsens ist die Zeitform für Inhaltsangaben.
Dialoge werden (falls notwendig) indirekt im Konjunktiv wiedergegeben.
Inhaltsangaben bestehen nur aus Deinen eigenen Worten und nutzen keine Zitate.
Sie nennen die wichtigsten Handlungen in chronologischer Reihenfolge.
- Also so, wie sie auch im Originalwerk stattfinden.
Inhaltsangaben sollten wesentlich kürzer sein als das Originalwerk.
- Wenn Du Dir nicht sicher bist, wie viel Du schreiben darfst, frag am besten bei den Lehrkräften nach!
Eine Inhaltsangabe ist keine Rezension. Das bedeutet, sie verrät auch, wie das Ende aussieht.
Anders als bei werbenden Buchklappentexten oder Kinoprogrammen, dienen Inhaltsangaben in der Schule nicht dazu, Spannung aufzubauen. Die Sprache ist nüchtern und sachlich und verzichtet auf blumige Ausschmückungen. Alles Relevante wird genannt, das bedeutet, auch von dem Ende wird berichtet.
Eine Inhaltsangabe schreiben – Vorbereitung
Bevor Du mit dem Schreiben Deiner Inhaltsangabe beginnst, solltest Du Dich ausreichend vorbereiten. Egal, ob es sich um einen Text, einen Film oder zum Beispiel ein Hörspiel handelt, Du solltest unbedingt mit dem Originalwerk Deiner Inhaltsangabe vertraut sein. Am besten ist es, wenn Du jederzeit Zugang hast und es Dir immer wieder ansehen beziehungsweise anhören kannst.
Bevor Du Deine Inhaltsangabe angehst, kannst Du ein paar der folgenden Vorbereitungen durchführen, um Dich besser zurechtzufinden:
Markierungen vornehmen
Markiere im Text Passagen, die Dir relevant erscheinen. Auf diese Art findest Du Wichtiges schnell wieder und verlierst nicht so leicht den Überblick. Nutze hierfür am besten verschiedene Farben. Du kannst sie zum Beispiel den Handlungen verschiedener Figuren zuordnen.
Handlungsschritte einer Geschichte – Sinnabschnitte markieren
Die wichtigsten Handlungsschritte einer Geschichte kannst Du nun in Sinnabschnitte untergliedern. Du kannst entweder absatz- oder seitenweise vorgehen, oder sie selbst einteilen. Bei Filmen könntest Du etwa die einzelnen Szenen benennen.
Danach erstellst Du für jeder dieser Szenen geeignete Überschriften. Die Überschriften sollten die Abschnitte so zusammenfassen, dass Du später noch weißt, was passiert, ohne erneut alles lesen zu müssen. Am besten stellst Du Dir dabei folgende Fragen:
Gliederung Inhaltsangabe – Stichpunkte notieren
Du beginnst damit, die Haupthandlung in Stichpunkten aufzuschreiben. Dabei kannst Du Dich sowohl an den Markierungen im Text, als auch den Abschnittsüberschriften orientieren. Die Gliederung in Stichpunkten erleichtert es Dir, einzelne Handlungen noch einmal umzusortieren, sollte die Reihenfolge nicht korrekt sein.
Alternativ kannst Du auch eine Mindmap erstellen, die alles Wichtige übersichtlich darstellt. Sie hilft Dir dabei, das Originalwerk und seine Handlungsaspekte besser zu verstehen. Achte aber darauf, die einzelnen Handlungsschritte zu nummerieren, damit Du sie später nicht vertauschst.
Abb. 1: Mindmap Inhaltsangabe
Inhaltsangabe Kriterien – Kontrolle durchführen
Bevor Du Deine Inhaltsangabe schreibst, solltest Du kontrollieren, ob Du die wichtigsten Kriterien erfüllt hast. Dies kannst Du daran erkennen, ob Du die unten stehenden Fragen beantworten kannst. Sollte das nicht der Fall sein, kannst Du die fehlenden Punkte ergänzen.
Wann findet die Handlung statt (Jahr, Jahreszeit, Tageszeit) und welche Zeiträume überbrückt sie?
Wo findet die Handlung statt?
Wer sind die Hauptfiguren und wie stehen sie zueinander?
Was genau passiert und welche Folgen haben die einzelnen Handlungsschritte?
Warum handeln die Figuren so, wie sie handeln?
Wenn Du Handlungsgründe nennst, beschreibe nur das, was auch ausdrücklich im Text genannt wird. Stelle keine Vermutungen an und vermeide es, die Aktionen von Figuren zu interpretieren.
Inhaltsangabe – Aufbau
Was gehört in eine Inhaltsangabe? Wie ist der Aufbau einer Inhaltsangabe? Jede Inhaltsangabe folgt einem bestimmten Aufbau, damit sie Struktur hat und für Lesende übersichtlich ist. Der Aufbau der Inhaltsangabe gliedert sich in drei Abschnitte:
- Einleitung
- Hauptteil
- Schluss
Inhaltsangabe – Einleitung
Was muss in die Einleitung einer Inhaltsangabe? In der Einleitung werden die wichtigsten Informationen zum Bezugswerk innerhalb eines Basissatzes oder auch Kernsatzes genannt. Manchmal kann es schwer sein, alle Informationen in diesem einen Satz unterzubringen, Du kannst also auch mehrere wenige Sätze bilden. Zu den Basisinformationen gehören:
- Titel
- Verfasser*in des Werkes
- Textsorte/sonstige Gattung des Werks (z. B. Familienfilm)
- Erscheinungsjahr
- Handlungszeit
- Handlungsort
- zentrales Thema/Kernaussage
Das Märchen "Rotkäppchen" der Gebrüder Grimm geht zurück auf eine französische Märchensammlung von Charles Perrault, die zwischen 1695 und 1697 entstand. Es handelt von Rotkäppchen, einem Mädchen mit roter Kappe, das in den Wald zur Großmutter geschickt wird und dort auf die List eines bösen Wolfs hereinfällt.
Hauptteil – Inhaltsangabe
Im Hauptteil der Inhaltsangabe wird die Handlung des Textes chronologisch und so präzise wie möglich zusammengefasst. Dieser Teil ist der Kern einer Inhaltsangabe, weshalb auch hier einige Dinge bedacht werden müssen.
Stelle zunächst die Ausgangssituation dar. Welche Bedingungen herrschen zu Beginn vor? In welcher Zeit und an welchem Ort spielt die Handlung? Wenn Du den Lesenden die Ausgangssituation näher gebracht hast, beschreibst Du nun die einzelnen Handlungsabschnitte. Am besten orientierst Du Dich dabei an den Überschriften und den Stichpunkten, die Du in Deiner Vorbereitung erstellt hast.
Die Großmutter von Rotkäppchen wohnt tief im Wald und ist zudem bettlägerig, deswegen soll Rotkäppchen ihr einen Korb mit Kuchen und Wein bringen. Bevor Rotkäppchen losgeht, warnt die Mutter sie eindringlich, sich in Acht zu nehmen und nicht vom Weg abzukommen.
Nun spaziert Rotkäppchen los und...
Überlege im nächsten Schritt: Wieso handeln die Protagonisten so, wie sie es tun? Welche Ziele werden verfolgt? Nenne die Motive, sollten sie bekannt sein, doch vermeide eigene Spekulationen. Bilde dabei die vollständige Haupthandlung ab. Auf unwichtigere Nebenhandlungen musst Du nicht eingehen, aber das Ende sollte geschildert werden.
Inhaltsangabe – Schluss
Was kommt in den Schluss einer Inhaltsangabe? Im Schluss Deiner Inhaltsangabe kannst Du beispielsweise auf sprachliche Eigenschaften eingehen, die Dir besonders aufgefallen sind. Wenn Deine Aufgabenstellung es zulässt, kannst Du auch die Wirkung des Originalwerks auf den Lesenden beschreiben oder auf mögliche Absichten des Autors oder der Autorin eingehen.
Das Märchen "Rotkäppchen" kann auf verschiedene Weisen interpretiert werden. Zum einen behandelt es die Gefahr gewalttätiger Übergriffe auf junge Mädchen und stellt eine Warnung dar. Zum anderen beinhaltet es eine gegensätzliche Darstellung der Rolle des Mannes, die sich einerseits als großer, böser Wolf, andererseits als hilfsbereiter Jäger und Beschützer manifestiert.
Abb. 2: Aufbau Vorlage Inhaltsangabe Nicht immer haben Inhaltsangaben einen Schlussteil. Prüfe zunächst, ob Deine Aufgabenstellung danach fragt. Wenn Du Dir unsicher bist, kannst Du auch eine Lehrkraft um Rat bitten.
Inhaltsangabe – Übungen / Tipps
Der Aufbau ist der Grundbaustein einer Inhaltsangabe. Es gibt aber noch weitere Übungen und Tipps, mit denen Du Deinen Text ein wenig verbessern kannst:
- Halte Dich nicht mit Details auf, sondern konzentriere Dich auf die Hauptaspekte.
- Du schreibst keine Nacherzählung, sondern eine Inhaltsangabe!
- Wenn eine Rückblende beschrieben wird, nutze das Perfekt.
- Trotz sachlicher Schreibweise ist es möglich, abwechslungsreich zu schreiben.
- Nutze hierfür zum Beispiel verschiedene Verben und Satzanfänge.
- Achte auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.
- Überprüfe Deinen Text vor der Abgabe!
Inhaltsangabe – Das Wichtigste
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Gabriel Freitas ist AI Engineer mit solider Erfahrung in Softwareentwicklung, maschinellen Lernalgorithmen und generativer KI, einschließlich Anwendungen großer Sprachmodelle (LLMs). Er hat Elektrotechnik an der Universität von São Paulo studiert und macht aktuell seinen MSc in Computertechnik an der Universität von Campinas mit Schwerpunkt auf maschinellem Lernen. Gabriel hat einen starken Hintergrund in Software-Engineering und hat an Projekten zu Computer Vision, Embedded AI und LLM-Anwendungen gearbeitet.
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